PHARE CBC
PHARE ist:
ein finanzielles Instrument der Europäischen Union zur Unterstützung der Beitrittsvorbereitungen in den mittel- und osteuropäischen beitrittswilligen Ländern Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Slowenien, Slowakei, Tschechien und Ungarn. Gemäß den 1998 verabschiedeten Leitlinien für die Umsetzung des Phare-Programms für den Zeitraum 2000-2006 unterstützt PHARE in den Beitrittsländern Projekte, in denen im Vergleich zum EU-Standard besonders großer Nachholbedarf besteht. PHARE unterstützt den Verwaltungsaufbau und die Verwaltungsreform, Infrastrukturmaßnahmen in den Bereichen Verkehr und Umwelt sowie Regionalentwicklung. Die Auswahl von Projekten erfolgt aufgrund der in den bilateralen Beitrittspartnerschaften zwischen der EU und den Beitrittsländern festgelegten Prioritäten.
Die finanzielle Ausstattung des Programms wird jährlich insgesamt 1,5 Milliarden Euro für alle 10 mittel- und osteuropäischen Beitrittskandidaten betragen. Neben PHARE stehen den mittel- und osteuropäischen Beitrittsländern für den Zeitraum 2000-2006 noch zwei weitere EU-Hilfen zur Verfügung. Die Hilfe für landwirtschaftliche und ländliche Entwicklung (SA-PARD) beläuft sich auf jährlich 500 Millionen Euro, während das Investitionsprogramm für Infrastrukturen im Verkehrs- und Umweltbereich (ISPA) 1 Milliarde Euro jährlich beträgt.
http://www.mdje.brandenburg.de
- Ziel
Aufbau von demokratischen und marktwirtschaftlichen Strukturen in Mittel- und Osteuropa. Für die Beitrittskandidaten ist PHARE das wichtigste Programm zur Finanzierung der Heranführungsstrategie im Zuge der Osterweiterung der EU.
- Förderbereiche
"Institution Building" zur Entwicklung der Verwaltungsstrukturen und Humanressourcen.
Unterstützung der Investitionen erfolgt im Zusammenhang mit der Übernahme des EU-Gesetzesbestandes sowie Investitionen zur Wahrung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts.
- Maßnahmen
Aufbau von rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen,
Ausbau des Privatsektors und Unternehmensförderungen,
Humanressourcen,
soziale Entwicklung und Beschäftigung,
öffentliche Einrichtungen und
Verwaltungsreform.
- Empfängerstaaten
Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Slowakische Republik, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn.
- Förderfähige Maßnahmen
Studien, Arbeitspläne, politische Entscheidungshilfen, technische Beratung;
Ausbildung, Erstausrüstungen und Startkapital sowie Investitionen und Maßnahmen mit grenzüberschreitender Wirkung.
- Teilnehmer
Lieferfirmen (Warenlieferungen und Bauaufträge) und Konsulenten
PHARE ist seit 1998 ausschließlich beitrittsorientiert (accession-driven), d.h. es werden nur Projekte finanziert, die eine Relevanz für die Vorbereitung auf den EU-Beitritt haben. Als Basis der PHARE-Programmierung dienen die Beitrittspartnerschaften der Europäischen Kommission mit den Beitrittskandidaten, in denen die kurz- und mittelfristig anzustrebenden Prioritäten zur Vorbereitung auf den Beitritt festgeschrieben sind.
- Details zu den Förderbereichen
Die beiden Schwerpunkte von PHARE:
Institution Building" zur Entwicklung der Verwaltungsstrukturen und Humanressourcen. Im Rahmen von "Institution Building" wird Twinning (Einsatz von Langfrist-/insbesondere Kurzfrist-Experten aus der EU zur Unterstützung in vergleichbaren MOEL-Verwaltungen/-Organisationen) neben TAIEX (fachliche Beratung über das Gemeinschaftsrecht durch Experten) das Hauptinstrument in den nächsten Jahren sein. Darüber hinaus sind Aktivitäten, wie die Teilnahme an Gemeinschaftsprogrammen, die Mitarbeit in
Gemeinschaftsorganisationen sowie Maßnahmen zur Förderung der Zivilgesellschaft geplant.
Unterstützung der Investitionen erfolgt im Zusammenhang mit der Übernahme des EU-Gesetzesbestandes sowie Investitionen zur Wahrung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts.
- Details zu den förderfähigen Maßnahmen
Im Wesentlichen werden gefördert Maßnahmen in den o.a. Bereichen wie z.B. Studien, Arbeitspläne, politische Entscheidungshilfen, technische Beratung; Ausbildung, Erstausrüstungen und Startkapital sowie Investitionen und Maßnahmen mit grenzüberschreitender Wirkung.
- Ansprechpartner
Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit
Mag. Lotte Rachbauer
Abteilung C 2/7
Stubenring 1
A-1010 Wien
Tel.: 03343.1.711005133
Fax: 03343.1.711005051
E-Mail: lotte.rachbauer@bmwa.gv.at
http://www.aussenwirtschaft.info/indexi.htm?/content/foerderungen/k0902a-A.htm
- Kontakt und Publikationen
Europäische Kommission
Phare und Tacis Informationscentre
Rue Montoyer 19
B-1049 Brüssel
Tel: 0032-2-5459010
Fax: 0032-2-5459011
E-Mail: phare-tacis@cec.eu.int
http://www.europa.eu.int/comm/enlargement/contacts/info_centre.htm
- Die Umsetzung von PHARE
Mit der Neuausrichtung von PHARE zu einem Beitrittsinstrument änderte sich auch der Charakter der Programmierung. Die Prioritäten werden für jedes Beitrittsland in den sogenannten Beitrittspartnerschaften festgelegt. Die Beitrittspartnerschaften sind mehrjährig, können allerdings auf Vorschlag der Europäischen Kommission revidiert werden. Jedes Jahr unterzeichnet die Europäische Kommission mit dem jeweiligen Beitrittsland ein finanzielles Memorandum, in dem sämtliche auszuführende Projekte einschließlich der Zeit- und Finanzpläne enthalten sind.
- Verwaltungsaufbau
PHARE unterstützt die Entwicklung der Verwaltungsstrukturen, der menschlichen Ressourcen sowie der Verwaltungskenntnisse für die Umsetzung und Anwendung des gemeinschaftlichen Besitzstandes. Zentrale Instrumente in diesem Bereich sind Twinning und technische Hilfe über TAIEX. Im Rahmen von Twinning werden Beamte aus den nationalen Verwaltungen der Mitgliedstaaten kurz- oder langfristig in die Beitrittsländer entsendet. Schlüsselbereiche sind Landwirtschaft, Umwelt, Finanzen, Justiz und Inneres. Die Zusammenarbeit beruht auf einem Netz nationaler Anlaufstellen.
Das Twinning Programm ist eng verbunden mit der Unterstützung durch TAIEX (Technical Assistance Information Exchange Office). TAIEX hilft den Beitrittsländer bei der Suche von Experten und Informationen zu allen Bereichen des gemeinschaftlichen Besitzstandes.
- Investitionshilfe für Infrastrukturen und Regionalentwicklung
Investitionshilfe soll vorrangig in den Bereichen Wettbewerb, Umwelt, Energie (einschließlich nuklearer Sicherheit), Transport, Sozial- und Arbeitsgesetzgebung, veterinäre und phytosanitäre Normen, Industrieproduktion, Konsumentenschutz sowie Justiz und Inneres geleistet werden. Das Memorandum of Understanding zwischen der Kommission, der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung soll außerdem eine bessere Koordinierung der internationalen finanziellen Hilfen garantieren.
- Regionalentwicklung
Die Beitrittsländer erhalten ab 2000 Unterstützung für Projekte und Strukturen, die innerhalb der EU bereits bei der Umsetzung der Regional- und Sozialfonds üblich sind. Zugleich sollen die Beitrittsländer auf ihre zukünftige Beteiligung an den Strukturfonds vorbereitet werden, d.h. mit den betreffenden Entscheidungsmechanismen, den nötigen Verwaltungsstrukturen und den Herausforderungen im Rahmen der Haushaltsplanung vertraut werden. Um diesen Prozess zu beschleunigen, wurde ein neues Programm eingerichtet, das Special Preparatory Programme for Structural Funds. In Zukunft sollen strukturelle und regionalpolitische Maßnahmen auch in den Beitrittsländern auf der Grundlage einer umfassenden nationalen Regionalpolitik durchgeführt werden.
- "Small - Projects - Fund"
Gleichermaßen effektiv für die gemeinsame Entwicklung des Grenzgebietes ist das "Small - Projects - Fund"- Programm von PHARE. Vorhaben bis zu einem Gesamtvolumen von 50.000 EURO, so genannte kleine Projekte und Vorhaben im Finanzierungsumfang bis zu 300.000 EURO (mittlere Projekte) können daraus unterstützt werden.
www.elisabeth-schroedter.de/eu_fonds/fo-phare.html
Weiterführende Informationen:
Leitlinien für die Umsetzung des PHARE-Programms in den beitrittswilligen Ländern für den Zeitraum 2000- 2006 in Anwendung des Artikel 8 der Verordnung 3906/89
PDF (245 KB) (de)
Heranführungshilfen PHARE, ISPA, SAPAD
PDF (81 KB) (de)
Der Erweiterungsprozess der Europäischen Union und die drei Instrumente zur Vorbereitung des Beitritts: PHARE, ISPA, SAPAD; Februar 2002
PDF (134 KB) (de)
Bericht der Kommission PHARE-Programm; Jahresbericht 2001
PDF (205 KB) (de)
Mitteilung an die Kommission über die Beendigung von PHARE in den Beitrittsländern
PDF (209 KB) (de)
